Reise nach CURACAO – mit Christoph Waltz, Zeitdruck und Kofferproblemchen

Nach monatelanger Vorfreude heißt es Ende April für mich und 4 Freunde: ab ins Paradies – we’re heading to Curacao!

Der Trip startet für mich nach einer Nacht ohne Schlaf – aus Angst den Wecker zu überhören und den Flug zu verpassen lege ich mich gar nicht erst hin sondern verbringe die Nacht noch mit Sachen wie Koffer packen, Uni-Zeug vorbereiten und voller Vorfreunde durchs Zimmer tanzen. Kurz vor 5 Uhr morgens nehme ich schließlich die  S-Bahn um mich am Fluhafen Tegel mit meinen Freunden zu treffen.

Vor uns steht eine 18-stündige Reise: von Berlin nach London, von London nach Miami und schließlich von Miami nach Curacao… bei 4 Leuten und 3 einzelnen Buchungen eine echte Herausforderung für die Dame am Check-in-Schalter von British Airways. Sie bekommt es schließlich doch hin wenigstens immer zwei von uns nebeneinander zu platzieren – jedoch nur für die ersten beiden Flüge. Um den finalen Flug sollen wir uns in London oder Miami noch einmal kümmern. Okay…
Wir waren superpünktlich sodass wir noch Zeit haben ein wenig im Flughafen herumzulaufen. Ich erzähle Laura gerade irgendetwas als sich im fast menschenleeren Gang ein Mann uns plötzlich sein Gesicht zudreht… und es ist nicht irgendein Gesicht – es ist das Gesicht von Oscar- und GoldenGlobe-Gewinner Christoph Waltz. Mir bleibt in diesem Moment sprichwörtlich das Wort im Halse stecken. Ein Moment völliger Stille als wir vorbeilaufen… natürlich bedacht darauf ganz cool zu reagieren aber die Überraschung in unseren Gesichtern war zu offensichtlich.
Mit einem Kaffee zurück am Gate warten wir auf die anderen beiden und wer kommt auch wieder… Christoph Waltz – es stellt sich heraus dass wir in der gleichen Maschine nach London sitzen. Ich nehme meinen Mut zusammen und frage ihn nach einem Foto, was er aber höflich ablehnt. Ich verstehe das – es ist gerade 6.30Uhr und das ist auch nicht die Zeit an der ich am liebsten fotografiert werde. Beim Einsteigen ins Flugzeug gelingt mir aber doch ein kleiner Schnappschuss vom auch morgens gut aussehenden Schauspieler in der Business-Class.

Schließlich sitzen wir aber das Flugzeug setzt sich nicht in Bewegung. Wir werden etwas nervös – 2 Stunden zum Umsteigen in London Heathrow ist schon ambitioniert aber jetzt verlieren wir auch noch wertvolle Zeit. Wir landen verspätet und das Rennen beginnt. Erst zum Bus der uns von Terminal 5 zu Terminal 3 bringt. Dann laufen wir in Eiltempo die ewig langen Gänge des Flughafens entlang und bekommen noch einen neonfarbenen Express-Zettel in die Hände gedrückt – ja, die Zeit rennt. Und wir auch. Etwas erschöpft kommen wir am richtigen Gate an und können noch rechtzeitig boarden. Kurz vor Abflug kommt ein Mitarbeiter des Bodenpersonals extra noch einmal ins Flugzeug und gezielt zu Steph da irgendetwas mit ihrem Koffer nicht stimmte… was genau das Problem war klärt sich nicht auf aber am Ende gibt der Mitarbeiter grünes Licht und verlässt das Flugzeug.

 Über neun Stunden in der Luft können nur mit guten Filmen und leckerem Essen überstanden werden. Beides kann American Airlines liefern. Ich kann mich zwischen den Filmen kaum entscheiden, aber als ich mit American Hustle beginne fallen mir doch die Augen zu… der fehlende Schlaf macht sich bemerkbar. Dann gibt es schon Mittagessen – Chicken or Pasta – gute Auswahl und für Flugzeugessen auch durchaus genießbar. Es gibt Kekse hier, Nachos da, ständig Getränkenachschub und ich unterhalte mich mit einfacher filmischer Kost: irgendein kitschiger Film mit Rachel McAdams und anschließend noch „Her“. Nach ein paar zwischengeschobenen Power-Naps landen wir auch pünktlich in Miami.

Auch in den USA haben wir 2 Stunden zum Umsteigen, allerdings sind die Grenzkontrollen hier noch intensiver und als wir in den Zoll-Bereich kommen trifft uns fast der Schlag: eine riesige Menschenmenge und wir mittendrin. Ständiges auf-die-Uhr-starren lässt die Masse leider auch nicht schneller bewegen und so kommt es dass wir nach dem Erfolgreichen Passieren des Zolls ein richtiges Zeitproblem haben. Dann erfahren wir auch noch dass wir unsere Koffer holen müssen und selbstständig wieder abgeben müssen. Laura und ich haben die anderen beiden im Zoll-Bereich verloren und sind jetzt nur zu zweit unterwegs. Wir finden unsere Koffer und rennen zur nächsten Abfertigung der Connection Flights. Wir sagen einer Dame in neonfarbener Sicherheitsweste dass wir unseren Flug noch erwischen müssen und sie sagt dass wir das vermutlich nicht mehr schaffen werden. Oh nein. Wir betteln dass wir in der Schlange nach vorn gelassen werden und rennen!!! mit unseren Koffern (!) zum Baggage-Drop-Off. Als die einweisenden Damen unser Ticket sehen werden sie auch hektisch und sagen nur: stellt eure Koffer hier ab und beeilt euch. Also rennen wir wieder. Nächste Hürde: erneute Sicherheitskontrolle. Wir rufen den Mitarbeitern zu dass unser Flug in 18 Minuten abfliegt – das kann jedoch keine Hektik bei denen erzeugen. Wir dürfen nicht vor. Ahhhh. Die Leute die vor uns anstehen haben aber Mitleid und sagen dass wir einfach vorbei gehen sollen. Das machen wir dann auch. Nochmal Boardkarte vorzeigen. Und ja, wir haben keine Flüssigkeiten, Laptop ausgepackt, Schmuck abgelegt, Schuhe ausgezogen und jetzt nur noch Daumen drücken dass es nicht piepst. Klappt und wir rennen mit halb angezogenen Schuhen zu den Gates. An der Anzeigetafel mildert sich die Panik ein wenig: der Flug ist 20 Minuten verspätet. Aber dann merken wir dass wir noch mit dem Skytrain fahren müssen um zu unserem Gate zu gelangen. Als wieder ansetzen zum Sprint. Die 30 Grad Außentemperatur in Miami macht sich doch auch ein wenig im klimatisierten Flughafengebäude bemerkbar und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Noch 2 Rolltreppen hoch und wieder runter und schließlich sind wir am Gate. Unter normalen Umständen hätten wir den Flug nicht geschafft – wir hatten nur Glück dass er verspätet war. Wir treffen dort auch auf Steph und Slawa und steigen zusammen ins Flugzeug. 

Allerdings haben wir nur noch 4 einzelne Plätze verstreut im Flugzeug bekommen. Ich ärgere mich dass ich schon wieder einen Mittelplatz habe aber gerade als ich sitze fragt mich die Frau neben mir ob ich mit ihrem Mann der am gegenüberliegenden Fenster sitzt, tauschen möchte – jaaaa unbedingt!! Also setze ich mich ans Fenster und als ich so rausschaue sehe ich ein paar Koffer noch neben dem Flugzeug stehen – unter anderem mein eigener! Also beobachte ich die Situation umso intensiver: was passiert da mit meinem Koffer? Zwei der anderen Gepäckstücke werden noch in Richtung Flugzeug gerollt aber mein Koffer wird in die entgegengesetzte Richtung entfernt. Wieso?? 


Ich frage einen Steward der aber leicht überfordert scheint. Meine Sitznachbarn motivieren mich noch einmal einen anderen, wichtiger aussehenden Steward anzusprechen. Dieser nimmt meine Anfrage auch ernst und geht mit meinem Boardingpass der Sache auf den Grund. Zwischendurch zweifle ich ob das vielleicht doch nicht mein Koffer war… immerhin ähneln sich schwarze Kunststoff-Koffer auch – aber mein Gefühl hat mich nicht getrogen. Der Steward kommt nach 10 Minuten weiterer Verzögerung zu mir und bestätigt dass es tatsächlich mein Koffer war und er untersuchen lässt warum er nicht eingeladen wurde. Ich bin erleichtert und bedanke mich aber er sagt dass der Dank mir und meinen guten Augen gilt – zum Glück hatte ich meine Kontaktlinsen drin 😉

Der Fensterplatz wird zusätzlich mit einem guten Blick auf (ein allerdings wolkiges) Miami und einem atemberaubenden Sonnenuntergang über der Karibik belohnt. Es ist erst 19 Uhr Ortszeit aber in Deutschland schon nach Mitternacht und ich habe seit über 40 Stunden nicht mehr richtig geschlafen – aber die Vorfreude lässt die Müdigkeit verschwinden. Und vielleicht ist es auch die innerliche Aufregung ob es mein Koffer doch noch an Bord geschafft hat. Der Steward meinte das zwar aber gesehen habe ich es von meinem super Fensterplatz nicht – daher kann ich nur hoffen. Nach einem kleinen medizinischen Zwischenfall eines Passagieres an Bord landen wir schließlich auf der Trauminsel Curacao.

 Happy End: mein Koffer ist auch in Curacao angekommen!! Der Urlaub kann beginnen. Und er beginnt traumhaft!! Naomi und ihr Freund Nik, die hier seit ein paar Monaten leben holen uns vom Flughafen ab und zeigen uns ein wundervolles Restaurant am Strand… mehr dazu im nächsten Post.

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